Samstag 21. Februar 2026

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Das Apsismosaik von 1220 in der Basilika Sankt Paul vor den Mauern in Rom wurde von venezianischen Künstlern geschaffen und zeigt Christus, umgeben von den Aposteln Petrus, Paulus, Andreas und Lukas.
Erzdiözese Wien/ Schuler, Claudia Schuler / Das Apsismosaik von 1220 in der Basilika Sankt Paul vor den Mauern in Rom wurde von venezianischen Künstlern geschaffen und zeigt Christus, umgeben von den Aposteln Petrus, Paulus, Andreas und Lukas.
Glaubensbekenntnis

Was meinen Christen, wenn sie sagen: „Ich glaube“?

Die Formulierung „Ich glaube“ ist der Kern des christlichen Glaubensbekenntnisses und der Sinnsuche. Für Christen ist sie keine unverbindliche Mutmaßung. Es geht um eine tief verankerte, existenzielle Gewissheit, die das Leben prägt und lenkt.

 

Im Alltag verwenden wir „glauben“ oft im Sinn von „meinen“ – also unsicher. Der christliche Glaube unterscheidet sich davon grundlegend: Er ist eine feste innere Überzeugung.

 

Zwar ist die Existenz Gottes nicht naturwissenschaftlich beweisbar (also nicht „Wissen“ im streng wissenschaftlichen Sinn), doch für den Glaubenden ist sie absolut verlässlich. Diese Gewissheit trägt wichtige Entscheidungen, prägt das tägliche Verhalten und ist das Fundament der Hoffnung. Christen verstehen ihren Glauben als Antwort auf die Sinnsuche, die dem Menschen angeboren ist: die Sehnsucht nach letztem Halt und Sinn der Existenz. Das Glaubensbekenntnis bejaht: Gott hat sich uns zugewandt und diese Suche beantwortet.

 

Diese Gewissheit entsteht aus dem Zusammenwirken von inneren Erfahrungen, der Stimme des Gewissens und dem gelebten Zeugnis anderer. Das „Ich glaube“ wird so zum „Wir glauben“ der ganzen Kirche.

Bruges, Belgium, Paint of the Holy Trinity at the creation probably by Jan Anton Garemjin (1712 - 1799) in st. Giles (Sint Gilliskerk).
iStock/sedmak / Bruges, Belgium, Paint of the Holy Trinity at the creation probably by Jan Anton Garemjin (1712 - 1799) in st. Giles (Sint Gilliskerk).

Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde

Die Worte „Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde“ sprechen dem Universum eine liebende, ordnende und überlegene Kraft zu. Viele staunen über die Schönheit und Ordnung der Welt, werden aber zugleich vom Leid erschüttert. Ist die Wirklichkeit, in der wir leben, wirklich von einer ewigen Weisheit gewollt? Hier beginnt die entscheidende Frage nach Vertrauen.

 

Die Bibel, das Glaubenszeugnis durch die Jahrtausende, lädt ein, Gottes Güte zu trauen. Sie bezeugt unerschütterliche Treue und Barmherzigkeit – größer als menschliche Beziehungen. Jesus nannte Gott in seiner größten Not „Abba“ – Vater. Dass Gott Vater ist, wissen wir letztlich von Jesus. Er offenbart uns den Vater; wer ihn sieht, hat den Vater gesehen – wie er selbst sagt. In Jesus wird sichtbar: Gott ist nicht fern, sondern uns zugewandt.

 

Die größte Herausforderung ist das Attribut „allmächtig“. Wie passt Gottes Macht zum Leid in der Welt? Viele fragen sich: Warum greift er nicht ein? Christen antworten: Gottes Allmacht ist die Macht der Liebe, nicht des Zwangs. Sie zeigt sich in Vergebung und in Selbsthingabe. Und die Alternative ist ernst zu bedenken: Ohne den Glauben an Gott hätten Leid und Tod das letzte Wort. Vernichtung wäre allmächtig. Der Glaube hält dagegen: Hoffnung.

Verklärung Christi, mit freundlicher Genehmigung der Russisch-Orthodoxe Kathedrale zum heiligen Nikolaus
Erzdiözese Wien/ Stephan Schönlaub, Erzdiözese Wien/ Stephan Schön / Verklärung Christi, mit freundlicher Genehmigung der Russisch-Orthodoxe Kathedrale zum heiligen Nikolaus

…und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn

Dieser Satz ist das unverrückbare Fundament des Apostolischen Glaubensbekenntnisses. Er fasst die Identität Jesu prägnant zusammen: Gott begegnet uns in der Geschichte – in Jesus.

 

Der Name Jesus bezeugt die volle Menschlichkeit des jüdischen Zimmermanns aus Nazareth; er bedeutet: „Gott hilft“. Dieser historische Mensch ist der Ausgangspunkt der christlichen Botschaft. Unmittelbar darauf steht der Titel „Christus“ – vom griechischen Wort für „Messias“ (Gesalbter). Mit dem Bekenntnis zu Jesus bekennen Christen: Er erfüllt die Hoffnungen des Alten Testaments und verkörpert Gottes rettende Liebe – persönlich und gemeinschaftlich. In ihm wird Gottes Engagement für alle Menschen sichtbar.

 

Die göttliche Natur Jesu klingt in der Formulierung „seinen eingeborenen Sohn“ an. „Eingeboren“ meint hier: einzig und einzigartig. Jesus ist nicht nur Prophet oder Lehrer; er gehört auf einzigartige Weise zu Gott. Christen glauben: Jesus lebt aus Gott – in ihm wohnt die Fülle der Gottheit leibhaftig. Nur er kann uns Anteil am göttlichen Leben geben.

 

Diese göttliche Verbundenheit führt zum Titel „unseren Herrn“ (Kyrios). Zwar wurde dieser Titel zur Zeit Jesu auch römischen Kaisern zugesprochen, doch Christen verwenden ihn, um zu bekennen: Die wahre, höchste Autorität gebührt Jesus – gerade weil er diente. „Herr“ ist hier kein Wort der Unterdrückung, sondern das Bekenntnis zur heilsamen Herrschaft Gottes. Bereits im antiken Judentum war Kyrios eine Umschreibung des unaussprechlichen Gottesnamens JHWH. Noch einmal klingt das Bekenntnis zur Gottheit Jesu an.

Maria Verkündigung, mit freundlicher Genehmigung des kunsthistorischen Museums Wien
Erzdiözese Wien/Stephan Schoenlaub / Maria Verkündigung, mit freundlicher Genehmigung des kunsthistorischen Museums Wien

…empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria

Das größte Wunder: Dieser Abschnitt sprengt menschliche Vorstellungskraft und ist doch das Fundament der einzigartigen Identität Jesu. „Durch den Heiligen Geist empfangen“ ist der theologische Kern: Jesu Existenz ist nicht das Produkt menschlichen Wollens oder Könnens, sondern Gottes schöpferischer Akt – ein Geschenk.

 

So wird deutlich, wie Christen über Gott denken: kein ferner, deistischer Schöpfer, der sich aus der Welt heraushält, sondern Gott, der handelt – durch den Heiligen Geist – mitten in menschlicher Leiblichkeit. Jesus ist nicht nur außerordentlicher Mensch, sondern der neue Anfang, den Gott setzt, um die verwundete Schöpfung zu heilen. Ob aufgeklärt-kritische Zeitgenossen dies symbolisch deuten oder manche Theologen die Rolle Josefs diskutieren – das Credo bezeugt die vollständige Menschwerdung Gottes.

 

Die Evangelisten Matthäus und Lukas berichten nicht von erdachten Geschichten, sondern von einem wirklichen Geschehen. Sie wussten, wie Kinder entstehen; gerade darum sahen sie in diesem Ereignis eine einzigartige Überschreitung der Naturordnung durch Gott. Das Bekenntnis umfasst damit auch das Vertrauen in die Glaubwürdigkeit der Evangelisten.

Am Karfreitag wird Christus auf Golgatha gekreuzigt. Durch seinen Tod nimmt er alle Sünden auf sich und erlöst die Menschheit. Der Überlieferung nach befand sich auf Golgatha auch das Grab Adams. Der Sündenfall und die Erlösung von seinen Folgen lieg
Erzdiözese Wien/ Stephan Schönlaub, Stephan Schönlaub / Am Karfreitag wird Christus auf Golgatha gekreuzigt. Durch seinen Tod nimmt er alle Sünden auf sich und erlöst die Menschheit. Der Überlieferung nach befand sich auf Golgatha auch das Grab Adams. Der Sündenfall und die Erlösung von seinen Folgen lieg

…Gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes

Dieser Teil des Credo sagt zuerst: Jesus war wirklich Mensch. Zugleich zeigt er die göttliche Liebe in ihrer tiefsten Entäußerung. Die Nennung von Pontius Pilatus, dem römischen Präfekten, verankert das Geschehen historisch: Kein Mythos, sondern Geschichte. Die Passionsberichte gehören zu den detailliertesten antiken Prozessschilderungen und unterstreichen die Solidarität Christi mit allen Leidenden.

 

„Gekreuzigt, gestorben und begraben“ beschreibt die radikale Konsequenz der Inkarnation. Die Kreuzigung war die grausamste Hinrichtungsart. Dass der Sohn Gottes diesen Tod annahm, zeigt die Entäußerung seiner Macht und seine Liebe.

 

Das Gestorbensein bezeugt: Jesus erfuhr die volle Bandbreite menschlicher Existenz – bis in Tod und Bestattung. Das Hinabsteigen in das Reich des Todes sagt: Christus begibt sich in die äußerste Ferne, um auch dort rettend die Hand zu reichen. Die Schrift bezeugt: Gott will das Heil der Menschen.

Der Apostel Paulus deutet den freiwillig angenommenen Tod Jesu als Grund unserer Erlösung. Das Kreuz verwandelt menschliches Leid in einen Ort der Gnade und in Hoffnung auf ewiges Leben.

Gemälde von 
Albrecht Altdorfer (um 1480 - 1538 Regensburg)
Mit freundlicher Genehmigung des kunsthistorischen Museums Wien (KHM)
Erzdiözese Wien/ Schönlaub, Stephan Schönlaub / Gemälde von Albrecht Altdorfer (um 1480 - 1538 Regensburg) Mit freundlicher Genehmigung des kunsthistorischen Museums Wien (KHM)

Auferstanden von den Toten…

„Ich glaube an Jesus Christus, auferstanden von den Toten“ heißt: Gott schafft Leben, wo wir nur Enden sehen. Ostern beginnt nicht mit Triumph, sondern mit einem Grab. Jesus ist wirklich gestorben – verraten, verspottet, hingerichtet. Alles sah nach Scheitern aus. Genau dort setzt der Glaube an: Gott lässt den Gekreuzigten nicht im Tod. Er weckt ihn zu neuem Leben.

Dieser Glaube ist kein naturwissenschaftlicher Beweis und keine fromme Fantasie. Die ersten Christinnen und Christen haben ihn nicht erfunden – sie wurden überrascht. Auffällig ist die Rolle der Frauen am Grab, deren Wort damals wenig galt. Gerade das macht deutlich: Nichts wurde zurechtgebogen; etwas Unerwartetes ist geschehen.

 

Wer an die Auferstehung glaubt, sagt: Gottes Liebe ist stärker als alles Zerstörerische – stärker als der Tod. Jesus hat diese Liebe gelebt: in Nähe zu Menschen, in Barmherzigkeit, in Freiheit. Ostern heißt: Diese Liebe endet nicht am Kreuz. Sie bleibt gültig. Sie hat Zukunft.

 

Zweifel gehören dazu. Schon die Apostel mussten ringen, verstehen, neu vertrauen. Glaube heißt nicht: alles erklären können. Glaube heißt: sich öffnen für den Gott, der größer ist als unsere Grenzen – und dessen Leben auch uns gilt.

„Ich glaube an Jesus Christus, auferstanden von den Toten“ heißt daher: Ich halte mich an eine Hoffnung, die stärker ist als die Dunkelheiten dieser Welt – und lasse zu, dass diese Hoffnung mein Leben verändert.

Jesus Christs zur Rechten Gottes bei der Krönung Mariens.
Erzdiözese Wien/Stephan Schoenlaub / Jesus Christs zur Rechten Gottes bei der Krönung Mariens.

…aufgefahren in den Himmel, er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, und wird wiederkommen in Herrlichkeit, zu richten die Lebenden und die Toten

„Aufgefahren in den Himmel“ meint keine physikalische Himmelsreise. Gemeint ist: Der Auferstandene ist endgültig bei Gott angekommen. Sein Weg – von Bethlehem bis Jerusalem – findet seine Vollendung im göttlichen Raum, der nicht fern ist, sondern unsere Wirklichkeit umfasst und trägt. Christus ist nicht verschwunden, sondern an dem Ort, von dem aus er allen Menschen nahe sein kann. Darum nennt ihn die Bibel „das A und das O“ – Anfang, Mitte und Ziel unseres Lebens.

 

„Er sitzt zur Rechten Gottes“ sagt: Christus teilt Gottes Macht – und diese Macht ist Liebe, Heilung und Gerechtigkeit. Der, der den Tod überwunden hat, regiert nicht wie ein irdischer Herrscher, sondern als der, der Leid kennt und Leben schützt.

 

Kein Ereignis ist ihm entzogen. Keine Macht, so bedrohlich sie wirkt, ist endgültig. Darin liegt der Trost: Die Welt ist nicht sich selbst überlassen; sie steht unter einem guten Regiment.

Der Theologe Karl Barth fasste es so: Auch wenn die Welt dunkel erscheint – es wird regiert. Nicht von den Zentren politischer Macht, sondern „von oben“, von Gott her. Diese Zusage bewahrt vor Verzweiflung und lädt ein, Hoffnung zu behalten – für sich, für andere, für die ganze Welt.

 

„Er wird wiederkommen, zu richten die Lebenden und die Toten“ bedeutet: Die Geschichte läuft nicht ins Leere. Gottes Gerechtigkeit hat Zukunft. Vieles bleibt hier ungesühnt: Opfer werden vergessen, Täter entziehen sich der Verantwortung. Der Glaube widerspricht: Am Ende spricht Christus Recht. Niemand weicht der Wahrheit aus, niemand triumphiert über seine Opfer.

 

Das ist keine Drohung, sondern Hoffnung: Das letzte Wort gehört nicht der Gewalt, sondern Gottes Gerechtigkeit. Und wer an Christus glaubt, vertraut, dass diese Gerechtigkeit wahrhaftig und barmherzig ist – und die Welt nicht lässt, wie sie ist.

Darstellung des Heiligen Geists als Taube
Erzdiözese Wien/ Schönlaub, Stephan Schönlaub / Darstellung des Heiligen Geists als Taube

Ich glaube an den Heiligen Geist

„Ich glaube an den Heiligen Geist“ heißt: Jesus ist nicht nur Gestalt der Vergangenheit. Ohne den Geist Gottes wäre er ein beeindruckender Mensch aus einer fernen Zeit. Durch den Heiligen Geist ist Christus heute lebendig gegenwärtig. Der Geist verbindet Zeiten, Orte und Menschen und macht Beziehung zu Jesus hier und jetzt möglich.

 

Der Heilige Geist bewegt Menschen. Er lässt sie neu aufhorchen, sich für Jesus öffnen, vertrauen und nach seiner Botschaft leben. Wo er wirkt, entsteht Feuer: Begeisterung, Mut, Trost, Klarheit. Und dieses Feuer bleibt nicht privat. Es wird weitergegeben, es stiftet Gemeinschaft – eine weltweite, vielfältige, oft unvollkommene, aber lebendige Gemeinschaft: die Kirche. Nicht in erster Linie als Bauwerk, sondern als Bewegung. Auch wenn es in ihr Streit, Schwäche und Schuld gibt, lässt der Geist sie nicht fallen. Er reinigt, erneuert, richtet auf – manchmal schmerzhaft, immer heilsam. Er sorgt dafür, dass das Licht Jesu nicht erlischt.

 

Und er wirkt über die Grenzen der Kirche hinaus. „Der Geist weht, wo er will.“ Er rührt Menschen in allen Kulturen und Religionen an, weckt Fragen nach Sinn, Gerechtigkeit und Frieden, entzündet Sehnsucht nach Versöhnung. Gegen Widerstände baut er an der Zukunft, die Gott mit uns vorhat.

Der Heilige Geist ist der Lebensatem Gottes. Die Bibel nennt ihn ruach und pneuma: Wind, Atem, Kraft, Lebendigkeit. Er ist keine unpersönliche Energie, sondern Liebe in Person – die Liebe, die zwischen Vater und Sohn von Ewigkeit her lebt. Darum sprechen Christen von der Dreieinigkeit: ein Gott in drei Weisen des Seins. Der Geist schafft Leben, befreit, heilt und führt zur Vollendung.

 

Und er wirkt in unseren Herzen. In Taufe und Segen werden Menschen bewusst in den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes gestellt. Die Liebe Gottes, die in Jesus sichtbar wurde, wird durch den Geist in uns ausgegossen. Dort will sie bewegen, verwandeln, stärken.

 

„Ich glaube an den Heiligen Geist“ heißt daher: Ich glaube, dass Gott heute wirkt – lebendig, kraftvoll, leise und zugleich weltverändernd. Er bewegt Menschen, schafft Gemeinschaft und öffnet die Welt auf Zukunft hin. Und ich vertraue darauf, dass dieser Geist auch mich führt.

Greek Orthodox, Sumela Monastery
iStock/canerozkan / Greek Orthodox, Sumela Monastery

…die heilige katholische Kirche, die Gemeinschaft der Heiligen, die Vergebung der Sünden…

„Ich glaube an die heilige katholische Kirche“ heißt: Ich glaube, dass Gottes Geist bis heute Menschen zusammenführt, die sich an Jesus orientieren. Kirche ist nicht zuerst ein Gebäude oder eine Institution, sondern eine lebendige Gemeinschaft, die aus dem Evangelium entsteht. Überall dort, wo Menschen sich von Christus berühren lassen, wächst Kirche – bunt, weltumspannend, oft brüchig, aber getragen vom Heiligen Geist. Er lässt diese Gemeinschaft nicht los, auch wenn sie Fehler macht, sich verirrt oder schuldig wird. Er erneuert sie immer wieder, reinigt, belebt, richtet aus. Darum nennen wir sie „heilig“: nicht, weil ihre Mitglieder vollkommen wären, sondern weil Gott selbst in ihr wirkt.

 

„Gemeinschaft der Heiligen“ meint: Wir sind nicht allein unterwegs. Christen aller Zeiten und Orte gehören zusammen – die Lebenden und die Verstorbenen, Starke und Schwache, Zweifelnde und Glaubende. „Heilige“ sind nicht nur Außergewöhnliche, sondern alle, die sich von Gottes Geist bewegen lassen. In dieser Gemeinschaft trägt einer den anderen. Das Gute des einen stärkt viele; das Leid eines Menschen geht alle an. Der Geist Gottes verbindet über Grenzen, Kulturen und Generationen hinweg.

 

„Vergebung der Sünden“ ist das Herz dieser Gemeinschaft. Kirche lebt davon, dass Gott neu anfangen lässt. Menschen verfehlen sich – an Gott, an anderen, an sich selbst. Doch niemand bleibt auf seine Schuld festgelegt. Gott schenkt Vergebung – nicht als billige Entschuldigung, sondern als befreiende Wahrheit: Er deckt auf, heilt, richtet auf und öffnet Zukunft. Diese Vergebung wird in der Kirche gefeiert, zugesprochen und gelebt. Sie macht Versöhnung möglich – mit Gott und miteinander.

 

„Ich glaube an die heilige katholische Kirche, die Gemeinschaft der Heiligen, die Vergebung der Sünden“ heißt daher: Ich vertraue darauf, dass Gottes Geist eine weltweite Gemeinschaft schafft, die trägt und erneuert. Ich glaube, dass wir verbunden sind – über alle Grenzen hinweg. Und ich glaube, dass Gott immer wieder neu beginnen lässt.

Marta und Maria lassen Jesus benachrichtigen, dass ihr Bruder Lazarus krank ist. Als er zwei Tage später kommt, eilt Marta ihm entgegen und sagt ihm, dass Lazarus tot sei. Christus fragt sie, ob sie an die Auferstehung glaube und sagt ihr, dass jeder
Erzdiözese Wien/ Stephan Schönlaub, Stephan Schönlaub / Marta und Maria lassen Jesus benachrichtigen, dass ihr Bruder Lazarus krank ist. Als er zwei Tage später kommt, eilt Marta ihm entgegen und sagt ihm, dass Lazarus tot sei. Christus fragt sie, ob sie an die Auferstehung glaube und sagt ihr, dass jeder

…Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen

„Ich glaube an die Auferstehung der Toten und das ewige Leben“ heißt: Ich vertraue darauf, dass der Tod nicht das letzte Wort über mein Leben hat. In einer Gesellschaft, die stark auf das Diesseits fixiert ist und den Tod gern verdrängt, klingt das fremd. Doch die christliche Hoffnung ist älter und tiefer als moderne Skepsis: Mit dem Tod ist nicht alles aus. Gott führt das Leben weiter – auf eine Weise, die unsere Vorstellungskraft übersteigt.

 

Schon die Menschheitsgeschichte ahnt das. Menschen aller Zeiten spürten: Der Tod ist nicht völlige Auslöschung. Die Bibel fasst diese Ahnung in eine Zusage: Gott schenkt neues Leben. Paulus beschreibt es so: Was jetzt vergänglich ist, wird unvergänglich auferweckt; was schwach ist, wird herrlich; was irdisch ist, wird verwandelt in eine neue, vom Geist Gottes durchdrungene Leiblichkeit. Auferstehung heißt nicht: Wiederbelebung alter Körper. Sie heißt: Wir werden als ganze Menschen bei Gott sein – verwandelt, geheilt, vollendet.

 

„Ewiges Leben“ meint nicht endlose Zeit, sondern erfüllte Gemeinschaft. Paulus bringt es auf den Punkt: „Wir werden immer beim Herrn sein.“ Das ist der Kern des Himmels – nicht ein endloses Halleluja, nicht ein statischer Zustand, sondern eine nie endende Begegnung mit dem Gott, der liebt und annimmt. Ewigkeit ist Fülle, Lebendigkeit, Staunen ohne Ende. Bei Gott wird uns nie langweilig. Seine Wirklichkeit ist unerschöpflich – immer neu, immer überraschend, immer Leben.

 

Diese Hoffnung ist nicht nur fürs Jenseits. Auferstehung beginnt jetzt. Je näher wir Christus sind, desto mehr erfahren wir mitten im Alltag etwas von dieser neuen Wirklichkeit: Trost, Freiheit, Verwandlung, inneren Frieden. Jesus sagt: „Ich bin die Auferstehung und das Leben.“ Wer sich ihm anvertraut, lebt schon heute aus einer Kraft, die stärker ist als der Tod.

 

„… und das ewige Leben. Amen“ heißt: Ich halte mich an eine Hoffnung, die größer ist als alles Endliche. Ich glaube, dass Gott mein Leben vollendet – nicht ins Nichts, sondern in seine Liebe. Und ich vertraue darauf, dass diese Hoffnung schon jetzt mein Leben verändert.

mit freundlicher Genehmigung der Russisch-Orthodoxe Kathedrale zum heiligen Nikolaus
Erzdiözese Wien/ Stephan Schönlaub, Erzdiözese Wien/ Stephan Schön / mit freundlicher Genehmigung der Russisch-Orthodoxe Kathedrale zum heiligen Nikolaus

Das Glaubensbekenntnis

Es gehört zu den bekanntesten Texten des Christentums.

Zum ausführlichen Text
Creation of Adam by Michelangelo
iStock/Vieriu Adrian / Creation of Adam by Michelangelo

Gottesbeweise

oder warum die Gottesfrage heute unverzichtbar ist.
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