Samstag 21. Februar 2026

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Blick über die Dächer von Wien
iStock/3D_generator / Blick über die Dächer von Wien

Die Geschichte der Erzdiözese Wien

Die Erzdiözese Wien blickt auf eine über 1.700-jährige Entwicklung zurück, die eng mit der Geschichte des Christentums im Donauraum verbunden ist. Von den ersten christlichen Gemeinschaften in der römischen Provinz Noricum über die jahrhundertelange Zugehörigkeit zum Bistum Passau, die Gründung eigener Bistümer im 15. Jahrhundert und die Erhebung zur Erzdiözese im Jahr 1722 bis hin zu den Herausforderungen der Moderne: Jede Epoche spiegelt religiöse, politische und gesellschaftliche Umbrüche wider.

Karte zeit die Diözese Wien im Jahr 1469
Diözesanarchiv Erzdiözese Wien / Karte zeit die Diözese Wien im Jahr 1469

Eine kurze Zusammenfassung

Die Entwicklung der Erzdiözese Wien spiegelt die Geschichte des Christentums im Donauraum wider:

 

  1. Römische Anfänge (2.–5. Jh.)
    Das Christentum verbreitete sich in Noricum und Pannonien durch Soldaten und Händler. In Vindobona gab es wohl Hausgemeinschaften, aber keine kirchliche Organisation. Bedeutende Gestalten: Hl. Florian und Hl. Severin.
     
  2. Bayerische Mission und Passauer Dominanz (8.–15. Jh.)
    Nach dem Niedergang der Antike erfolgte die Missionierung durch Bayern. Wien blieb über Jahrhunderte dem Bistum Passau unterstellt. Die Babenberger gründeten Klöster, konnten aber kein eigenes Bistum etablieren.
     
  3. Gründung der Bistümer Wien und Wiener Neustadt (1469)
    Unter Kaiser Friedrich III. entstanden die Bistümer Wien und Wiener Neustadt. Die Reformation brachte große Herausforderungen; Stabilisierung erfolgte durch die Gegenreformation und Jesuiten.
     
  4. Erhebung zur Erzdiözese und Staatskirchentum (18. Jh.–1918)
    1722 wurde Wien Erzdiözese. Josephinismus führte zur starken staatlichen Kontrolle. 1784/85 entstand die Wiener Kirchenprovinz mit Suffraganbistümern Linz und St. Pölten. Wiener Neustadt wurde Militärbistum.
     
  5. Republik und 20. Jahrhundert
    Nach 1918 musste die Kirche ihre Rolle neu finden. Burgenland kam hinzu (1922). NS-Zeit: Kardinal Innitzer zunächst kompromissbereit, später Widerstand und Hilfe für Verfolgte.
     
  6. Nachkriegszeit
    Wiederaufbau des Stephansdoms, ökumenischer Dialog unter Kardinal König.
     
  7. Krisen und Reformen (ab 1995)
    Missbrauchsskandale führten zu Kirchenaustritten und Reformen. Kardinal Schönborn (1995–2025) setzte auf Aufarbeitung, Prävention, Strukturreformen und interreligiösen Dialog. Nach seinem Rücktritt wurde Josef Grünwidl 2025 Erzbischof.
Zum ausfürhlichen Text
Bischöfe der Erzdiözese Wien
Erzdiözese Wien/ Schönlaub, Stephan Schönlaub / Bischöfe der Erzdiözese Wien

Die Geschichte der Wiener Bischöfe und Erzbischöfe

Über fünf Jahrhunderte prägten charismatische Persönlichkeiten die Kirche in Wien – vom ersten residierenden Bischof Georg von Slatkonia bis hin zur Gegenwart mit Kardinal Christoph Schönborn und Erzbischof Josef Grünwidl.

 

Ihr Wirken spiegelt Macht, Kultur, Glaubenskämpfe und gesellschaftliche Umbrüche wieder. Wien von einer kleinen Bischofsstadt zur Erzdiözese. 

Alle Bischöfe und Erzbischöfe

Die Weihbischöfe von Wien

Ein Weihbischof ist ein katholischer Bischof ohne eigenes Bistum, der den Diözesanbischof in dessen Leitungsaufgaben unterstützt. Er besitzt die volle bischöfliche Weihe und übernimmt liturgische, pastorale und administrative Aufgaben, die in einer großen Diözese wie Wien nicht von einer einzelnen Person getragen werden können.

Alle Weihbischöfe Wiens
Tor in den Dom zu Wr. Neustadt
Dompfarre Wr. Neustadt / Tor in den Dom zu Wr. Neustadt

Wiener Neustadt- das (Titular-)Bistum im Bistum

Ein kleines Bistum mit großer Geschichte: Die Gründung des Bistums Wiener Neustadt im Jahr 1469 war mehr als ein kirchlicher Akt – sie spiegelte Machtpolitik, Reformen und kaiserliche Strategien wider. Von den Anfängen unter Friedrich III. über die prägenden Jahre mit Peter Engelbrecht und Melchior Klesl bis zur josephinischen Neuordnung und seiner Verbindung zur Militärseelsorge erzählt die Geschichte des Bistums von Einfluss, Konflikten und bleibender Tradition.

Die Geschichte des Bistums Wr. Neustadt

Die Bischöfe von Wiener Neustadt – Ein Überblick über 300 Jahre Kirchengeschichte

Das Bistum Wiener Neustadt wurde 1469 gegründet und bestand bis 1785. Seine Geschichte spiegelt die großen kirchlichen und politischen Entwicklungen Mitteleuropas wider: von den provisorischen Anfängen unter Administrator Michael Altkind über die Aufbauarbeit der ersten Bischöfe, die Konflikte mit dem St. Georgs-Ritterorden und die Herausforderungen der Reformation bis hin zur barocken Prachtentfaltung und den Reformen des aufgeklärten Katholizismus. Die Amtszeiten dieser Bischöfe erzählen von kaiserlicher Nähe, religiösen Auseinandersetzungen, wirtschaftlichen Krisen und kultureller Blüte – bis zur Aufhebung des Bistums und seiner Eingliederung nach St. Pölten.

Alle Bischöfe der Diözese Wr. Neustadt
Alte Weltkarte von H. Hondius aus dem Jahr 1630
iStock/iweta0077 / Alte Weltkarte von H. Hondius aus dem Jahr 1630

Zwischen Peking und Vatikan: Wiener im Dienst der Weltkirche

Die Erzdiözese Wien ist nicht nur das geistliche Zentrum Österreichs, sondern seit Jahrhunderten Persönlichkeiten hervorgebracht, die die europäische, ja die Weltkirche geprägt haben. Vom hohen Mittelalter an über die Renaissance, die Zeit der der Gegenreformation über die Epoche des Josephinismus bis hin zu den Herausforderungen der Moderne: Immer wieder traten Männer aus Wien in den Dienst der Kirche an Orten, die weit über die Grenzen ihrer Heimat hinausreichen – in europäischen Metropolen, in der Mission Asiens und auch an der römischen Kurie.

 

Diese chronologische Übersicht zeigt nicht nur Lebensläufe, sondern auch die großen Linien kirchlicher Geschichte: die Verflechtung von alten österreichischen Familien und Kirche, die Spannung zwischen Staat und Glauben, die Dynamik von Reform und Tradition. Sie macht deutlich, wie eng die Geschichte der Erzdiözese Wien mit der Entwicklung der Weltkirche verbunden ist – und wie aus einer lokalen Kirche Impulse für die universale Kirche erwachsen. Begonnen hat das sogar lang, bevor Wien eine Diözese war: 

Erzdiözese Wien
Historische Ereignisse